Ein M2 Lernplan hat fast immer 100 Tage. An den ersten 85 Tagen arbeitest du jeden Tag neue Kapitel durch und kreuzt am selben Tag die passenden Fragen. Die letzten 15 Tage gehören der Wiederholung, offenen Lücken und mindestens einer Generalprobe unter echten Bedingungen. Für das Frühjahrsexamen 2027 (13. bis 15. April) heißt das: Start spätestens Anfang Januar, mit freien Tagen eher Mitte Dezember. Den fertigen Plan von AMBOSS oder via medici solltest du nicht stur abarbeiten, sondern an deine Woche anpassen.
Unten findest du die Prüfungsfakten aus der Approbationsordnung, die Termine bis 2028, den Aufbau der drei Phasen, eine Rechnung für deinen Starttermin und was du tust, wenn du hinter den Plan fällst.
Das M2 ist der schriftliche Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung. Du schreibst es nach dem zehnten Semester, vor dem Praktischen Jahr. Die Eckdaten stehen in § 28 der Approbationsordnung für Ärzte (ÄApprO):
| Punkt | M2 |
|---|
| Fragen | 320 Multiple-Choice-Fragen |
| Dauer | 3 Tage hintereinander, je 5 Stunden (9 bis 14 Uhr) |
| Pro Tag | etwa 106 bis 107 Fragen, also knapp 3 Minuten pro Frage |
| Stil | fallbezogen, viele Fragen hängen an Fallstudien |
| Bestanden | ab 60 Prozent richtig, oder höchstens 22 Prozent unter dem Schnitt derer, die nach der Mindeststudienzeit zum ersten Mal schreiben (§ 14 ÄApprO) |
Die Prüfungstermine legt das IMPP fest. Stand Oktober 2026 stehen auf impp.de:
| Kampagne | Schriftliches M2 |
|---|
| Frühjahr 2027 | 13. bis 15. April 2027 |
| Herbst 2027 | 12. bis 14. Oktober 2027 |
| Frühjahr 2028 | 4. bis 6. April 2028 |
| Herbst 2028 | 17. bis 19. Oktober 2028 |
Den Antrag auf Zulassung stellst du beim Landesprüfungsamt deines Bundeslandes. Er muss dort bis zum 10. Januar (Frühjahr) oder bis zum 10. Juni (Herbst) eingegangen sein (§ 10 ÄApprO). Die Frist fällt also mitten in deine Lernphase. Trag sie dir vor dem Start in den Kalender.
Zur Note: Entscheidend ist, wie viele der Fragen oberhalb der Bestehensgrenze du richtig hast. Schaffst du davon mindestens 75 Prozent, gibt es "sehr gut", bei 50 bis unter 75 Prozent "gut", bei 25 bis unter 50 Prozent "befriedigend", darunter "ausreichend" (§ 14 ÄApprO).
Fast alle Pläne folgen demselben Muster: 85 Tage neuer Stoff, dann Wiederholung. Bei AMBOSS ist ab Tag 86 eine optionale Liste mit Kapiteln vorgesehen, die in den letzten Examen nicht abgefragt wurden (Stand Oktober 2026). Für die letzten 15 Tage empfehlen wir diese Aufteilung.
Phase 1: Tag 1 bis 85, Stoff und Kreuzen
Jeder Lerntag hat zwei Hälften. Vormittags liest du die Kapitel des Tages, nachmittags kreuzt du die Fragen zu genau diesen Themen. Danach gehst du jede falsche Frage durch und notierst, warum sie falsch war.
Die Innere Medizin ist ein großes Fach, bekommt viele Tage und steht in vielen Plänen am Anfang. Viele berichten, dass diese ersten Wochen die härtesten sind und die Lerntage danach kürzer werden. Lass dich davon am Anfang nicht entmutigen.
Phase 2: Tag 86 bis 95, Wiederholung
Jetzt kommt kein neuer Stoff mehr dazu. Du arbeitest deine Fehlerliste ab, kreuzt gemischte Sitzungen über alle Fächer und schließt die Lücken, die sich durch die ganze Phase 1 gezogen haben. Wer Karteikarten geführt hat, wiederholt sie in dieser Phase täglich.
Phase 3: Tag 96 bis 100, Generalprobe und Ruhe
Schreib mindestens ein komplettes Examen an drei Tagen hintereinander, mit Zeitlimit und zur echten Uhrzeit, also ab 9 Uhr. So merkst du, wie sich der dritte Tag anfühlt und ob dein Tempo reicht. Die letzten ein bis zwei Tage vor dem Examen sind leicht: kurz wiederholen, schlafen, Unterlagen und Anfahrt klären.
Rechne vom ersten Prüfungstag zurück. Wichtig ist, ob die 100 Tage Lerntage oder Kalendertage sind. Ein Plan ohne einen einzigen freien Tag hält kaum jemand durch.
| Examen | 100 Tage ohne Pause | 100 Lerntage mit 1 freien Tag pro Woche |
|---|
| Frühjahr 2027 (13.04.) | Start 03.01.2027 | Start um den 17.12.2026 |
| Herbst 2027 (12.10.) | Start 04.07.2027 | Start um den 17.06.2027 |
So rechnest du deinen Starttermin selbst aus. Das ist dein M2-Lernplan-Rechner in vier Schritten:
- Nimm den ersten Prüfungstag und zähle 100 Tage zurück.
- Zähle für jede Woche einen freien Tag dazu, also etwa 15 bis 17 Tage.
- Zähle feste Termine dazu, an denen du nicht lernen kannst: Hochzeiten, Umzug, Dienste, Weihnachten.
- Rechne 3 bis 5 Puffertage für Krankheit oder schlechte Tage dazu.
Wer so rechnet, landet meist bei 115 bis 125 Kalendertagen. Das ist kein Luxus, sondern realistisch.
Der fertige Plan geht von jemandem aus, der 100 Tage lang nichts anderes tut. Das trifft auf viele nicht zu. AMBOSS bietet dafür eine Planungsvorlage an, mit der du den Plan auf deine verfügbare Zeit verteilst (Stand Oktober 2026). Ob du sie nutzt oder eine eigene Tabelle baust: Diese Regeln helfen.
- Kurze Tage zusammenlegen. Gegen Ende des Plans gibt es Tage mit wenig Stoff, etwa in den kleinen Fächern. Zwei solcher Tage passen oft in einen. Den gewonnenen Tag schiebst du als Puffer ans Ende.
- Lange Tage teilen. Ein Tag mit sehr viel Innerer Medizin wird lieber auf zwei Tage verteilt, als dass du ihn halb machst.
- Feste freie Tage. Ein Tag pro Woche ohne Lernen. Wer den streicht, zahlt in Woche 8 dafür.
- Nebenjob und Kinder ehrlich einrechnen. Wenn du an zwei Tagen pro Woche nur halbe Tage hast, braucht dein Plan eher 130 bis 140 Kalendertage.
- Nur einen Plan nutzen. AMBOSS und via medici sind unterschiedlich geschnitten. Wer zwischen beiden springt, verliert die Übersicht, welche Themen schon dran waren.
Im Examen sind es etwa 107 Fragen am Tag. In Phase 1 schwankt die Zahl stark, weil es zu manchen Tagesthemen viel mehr Fragen gibt als zu anderen. Kreuz die Fragen, die dein Plan zum Thema vorsieht, und spätestens ab Phase 2 mindestens so viele wie an einem Examenstag. Wichtiger als die Zahl ist, was du mit den falschen Antworten machst.
- Lies bei jeder falschen Frage die Erklärung und schreib in einem Satz auf, was du hättest wissen müssen.
- Aus diesen Sätzen werden Karteikarten. Mehr dazu in unserer Antwort Wie lernt man mit Karteikarten?.
- Ab Phase 2 kreuzt du gemischt über alle Fächer. Das Wechseln zwischen Themen heißt Interleaving und kommt dem echten Examen näher als Blöcke nach Fach.
Ein Punkt zu den Fragen selbst: Seit 2025 vergibt das IMPP keine kommerziellen Lizenzen für neue Prüfungsfragen mehr. Die großen Lernplattformen arbeiten deshalb mit Altfragen bis einschließlich 2024 und mit eigenen Fragen. Altfragen bleiben trotzdem das beste Training für den Stil des IMPP, weil Themen und Fallmuster wiederkehren.
Bei 85 Tagen neuem Stoff ist die Innere bis zum Examen weg, wenn du sie nie wiederholst. Gleichzeitig darf die Wiederholung den Tagesplan nicht auffressen. Das funktioniert so:
- Jeden Morgen 20 bis 40 Minuten Karteikarten, bevor der neue Stoff kommt. Das ist Spaced Repetition: Karten kommen zurück, kurz bevor du sie vergessen würdest.
- Lieber wenige gute Karten als riesige Decks. Eine Karte pro Fehler aus dem Kreuzen reicht oft.
- Einmal pro Woche eine gemischte Kreuzsitzung über die bisherigen Fächer.
- Vor dem Lesen kurz aus dem Kopf aufschreiben, was du zum Thema schon weißt. Das ist Active Recall und zeigt dir, wo du genau hinschauen musst.
Wenn du Anki nutzt: Unsere Antwort Wie benutzt man Anki? erklärt die Einstellungen, die für große Decks wichtig sind.
Fast alle fallen irgendwann zurück. Das ist normal und kein Grund, alles umzuwerfen.
- Nicht zwei volle Lerntage in einen packen, um Verpasstes nachzuholen. Das führt in eine Spirale.
- Den verpassten Tag ans Ende schieben und einen Puffertag verbrauchen. Dafür sind sie da.
- Wenn die Puffer weg sind: kurze Tage zusammenlegen und bei Themen mit wenigen Fragen nur noch kreuzen statt lesen.
- Ab etwa zwei Wochen Rückstand die optionalen Kapitel streichen, nicht die großen Fächer. Der Stoff mit den meisten Fragen bleibt drin.
Wenn der Druck zu groß wird, lies unsere Antwort zum Umgang mit Prüfungsstress. Und wenn du merkst, dass gar nichts mehr geht: Lies dir die Zeichen für Lern-Burnout durch und nimm sie ernst. Ein Rücktritt aus wichtigem Grund ist möglich, du musst die Gründe aber unverzüglich dem Landesprüfungsamt mitteilen, bei Krankheit meist mit Attest (§ 18 ÄApprO).
So sieht ein typischer Tag aus Phase 1 aus. Pass die Uhrzeiten an deinen Rhythmus an, aber behalte die Reihenfolge.
| Zeit | Block |
|---|
| 8:00 bis 8:30 | Karteikarten wiederholen |
| 8:30 bis 12:00 | Kapitel des Tages lesen, mit kurzen Pausen |
| 12:00 bis 13:00 | Mittag, raus an die Luft |
| 13:00 bis 16:00 | Fragen zum Tagesthema kreuzen |
| 16:00 bis 17:00 | Falsche Fragen nacharbeiten, Karten anlegen |
| ab 17:00 | Feierabend |
Sieben bis acht Stunden konzentrierte Arbeit sind über 100 Tage viel. Arbeite in festen Blöcken, zum Beispiel mit der Pomodoro-Technik, und lass das Handy im anderen Raum.
StudyPDF ersetzt keine Kreuzplattform. Es enthält keine IMPP-Fragen und keinen fertigen 100-Tage-Plan. Es hilft dir bei dem Teil, den die großen Plattformen nicht abdecken: deinem eigenen Material.
- Lade deine Skripte, Vorlesungsfolien, Notizen oder Fotos von handschriftlichen Mitschriften hoch. StudyPDF teilt den Stoff in Themen und Konzepte auf.
- Daraus erstellst du Karteikarten, Quizze oder eine Probeklausur mit Zeitlimit, für ein ganzes Fach oder nur deine schwachen Themen.
- Bei beschrifteten Abbildungen in deinen Folien kann StudyPDF ein Image-Occlusion-Deck bauen: Die Beschriftungen werden verdeckt und du rufst jede einzeln ab.
- Karteikarten exportierst du als Anki-Datei (.apkg), Image-Occlusion-Karten im nativen Anki-Format. Du kannst also in deinem gewohnten Deck weiterlernen.
- Jede Frage verweist auf die Stelle in deinem Material, aus der sie stammt. Du kannst nachprüfen, statt einer KI blind zu glauben.
- Im Plan-Tab trägst du dein Examensdatum, deine Stunden pro Tag und deine Lerntage ein und bekommst einen Lernplan über deinen eigenen Stoff, schwache Themen zuerst.
Ehrlich gesagt: Für das M2 ist das Kreuzen von Altfragen durch nichts zu ersetzen. StudyPDF ist dann sinnvoll, wenn du Uni-Skripte, eigene Zusammenfassungen oder Fallsammlungen hast, die du abfragen willst. Im kostenlosen Plan sind etwa vier Materialien pro Woche drin, mehr gibt es in den bezahlten Plänen.
Du bist noch in der Vorklinik? Dann lies unseren Physikum Lernplan mit 30, 50 und 60 Tagen im Vergleich.
Wie lange muss man für das M2 lernen?
Der Standard sind 100 Lerntage. Mit freien Tagen und Puffer sind das realistisch 115 bis 125 Kalendertage, also etwa vier Monate. Wer nebenbei arbeitet oder Kinder betreut, plant eher fünf Monate.
Kann man das M2 in weniger als 100 Tagen schaffen?
Ja, manche lernen 70 bis 80 Tage. Dafür musst du kurze Tage zusammenlegen und hast weniger Zeit für Wiederholung. Das klappt am ehesten, wenn du im Studium schon viel gekreuzt hast. Plane trotzdem mindestens eine Generalprobe ein.
Wie viele Fragen hat das M2?
320 Multiple-Choice-Fragen an drei aufeinanderfolgenden Tagen, je fünf Stunden. Das sind etwa 107 Fragen pro Tag (§ 28 ÄApprO).
AMBOSS oder via medici, welcher Lernplan ist besser?
Beide folgen dem gleichen Prinzip aus Lesen und Kreuzen und sind unterschiedlich geschnitten. Entscheidend ist, dass du dich für einen entscheidest und ihn konsequent nutzt. Viele wählen den Plan der Plattform, die sie schon im Studium zum Kreuzen genutzt haben.
Was mache ich mit den Tagen nach Tag 100?
Wenn dein Plan früher endet als das Examen, nutzt du die Zeit für gemischte Kreuzsitzungen, deine Fehlerliste und eine zweite Generalprobe. Neuen Stoff fängst du dann nicht mehr an.