Interleaving (verschachteltes Lernen)
Interleaving heißt, in einer Lerneinheit verschiedene Themen oder Aufgabentypen zu mischen, statt einen Typ am Stück durchzuziehen. Es fühlt sich anstrengender an, aber dein Kopf lernt dabei, zu erkennen, welche Art von Aufgabe gerade vor dir liegt.
Die meisten lernen in Blöcken. Erst zehn Algebra-Aufgaben, dann zehn Geometrie-Aufgaben, dann Pause. Das läuft flüssig, weil im Algebra-Modus jede Aufgabe gleich aussieht. Das Problem: Die Klausur kommt nicht in Blöcken. Da ist alles gemischt, und plötzlich weißt du nicht mehr, welche Methode du brauchst.
Interleaving löst das. Du mischst die Themen, sodass die nächste Aufgabe ein anderer Typ sein kann. Dein Kopf muss kurz innehalten und fragen: "Was ist das hier?", bevor er rechnet. Dieser Extra-Schritt fühlt sich langsamer und etwas nervig an, aber genau das prüft eine Klausur. Studien zeigen: Wer gemischt lernt, schneidet im späteren Test oft deutlich besser ab als wer in Blöcken lernt.
Eins solltest du wissen: Bei einem ganz neuen Thema machst du zuerst einen kurzen, konzentrierten Block, um die Basics zu kapieren. Sobald du es halbwegs verstehst, fängst du an zu mischen. Interleaving bringt am meisten, wenn du jedes Thema schon ein bisschen kennst.
Mia hat einen Chemie-Test über drei Reaktionstypen. Statt erst alle Typ-A-Aufgaben, dann alle Typ-B zu machen, mischt sie sie, sodass sie nie weiß, was als Nächstes kommt. Die erste Runde läuft holprig und sie macht ein paar Fehler. Aber am Testtag erkennt sie die Typen endlich schnell, weil sie genau das geübt hat.
- 1Wähl 2 bis 4 Themen aus demselben Fach, die du schon halbwegs verstehst.
- 2Bau dir einen Stapel Aufgaben, bei dem der Typ ständig wechselt, nicht gruppiert.
- 3Sag dir vor jeder Aufgabe, welcher Typ das ist, und löse sie dann.
- 4Lass dich nicht davon abschrecken, dass es schwerer wirkt. Genau das ist der Sinn.
- 5Bei einem ganz neuen Thema: erst ein kurzer Block, dann in den Mix dazu.