Spacing-Effekt
Der Spacing-Effekt ist der vielfach bestätigte Befund, dass du Informationen besser behältst, wenn du dein Lernen über mehrere Sitzungen verteilst, statt alles in eine einzige Sitzung zu pressen. Er ist die Wissenschaft hinter Spaced Repetition.
Jedes Mal, wenn du etwas Vergessen zulässt und dann erneut lernst, muss dein Gehirn härter arbeiten, um den Stoff zurückzuholen. Genau diese Mühe festigt die Erinnerung. Verteilte Sitzungen erzwingen das immer wieder, sodass die gleiche Lernzeit zu deutlich beständigerem Wissen führt als ein einziger langer Block.
Ein verbreiteter Irrtum ist, dass Bulimielernen gar nicht funktioniert. Für die Prüfung am nächsten Morgen hilft es durchaus, aber das Wissen verschwindet schnell wieder. Beim Spacing-Effekt geht es um dauerhaftes Lernen. Er zählt also vor allem, wenn du Stoff für eine kumulative Abschlussprüfung, ein Staatsexamen oder den nächsten aufbauenden Kurs behalten musst.
Eine Biochemie-Studentin wiederholt die Glykolyse montags 20 Minuten, dann donnerstags, dann in der Woche darauf. In der Prüfung kann sie jeden Schritt aus dem Kopf abrufen. Ihr Mitbewohner hat denselben Stoff in einem 90-Minuten-Block am Abend vorher gelernt und vergisst die Hälfte der Enzyme.