Mastery Learning
Mastery Learning ist ein Ansatz, bei dem du ein Thema erst vollständig bis zu einem festen Standard lernst, etwa 90 Prozent in einem Test, bevor du zum nächsten gehst. Der Fortschritt hängt davon ab, ob du den Stoff wirklich kannst, nicht von einem festen Wochenplan.
Die Grundidee ist einfach. Eine schwache Basis macht jedes spätere Thema schwerer, weil die meisten Fächer aufeinander aufbauen. Mastery Learning verhindert genau dieses Anhäufen von Lücken. Du bleibst bei einem Konzept, bekommst Feedback und schließt die Lücken, bis du es wirklich beherrschst. Erst dann gehst du weiter.
Benjamin Bloom hat das 1968 formuliert. Seine These war, dass fast alle Lernenden einen hohen Standard erreichen können, wenn sie genug Zeit und Unterstützung bekommen. Variieren soll also die Zeit, nicht der Standard. Ein häufiges Missverständnis ist, dass man dadurch ewig langsam lernt. Das stimmt nicht. Durch Bekanntes gehst du schnell und nutzt die Extra-Zeit nur dort, wo du wirklich schwach bist.
Eine Medizinstudentin lernt den Herzzyklus so lange mit Selbsttests, bis sie jede Phase ohne Notizen erklären kann und über 90 Prozent erreicht. Erst dann beginnt sie das Kapitel zur Herzinsuffizienz, denn das setzt voraus, dass sie den normalen Zyklus sicher beherrscht.