Markieren (Highlighting)
Markieren ist die Lerngewohnheit, beim Lesen wichtige Wörter oder Sätze farbig hervorzuheben. Für sich allein ist es eine der schwächsten Lernmethoden, weil es passiv bleibt. Es hilft nur, wenn man es mit aktiven Methoden wie Selbsttests oder Zusammenfassen kombiniert.
Markieren fühlt sich produktiv an, weil sich die Seite mit Farbe füllt. Text einzufärben ist aber nicht dasselbe wie ihn zu lernen. Studien zeigen, dass Markieren kaum mehr bringt als bloßes Lesen. Den Marker zu ziehen zwingt das Gehirn nicht, etwas abzurufen oder zu erklären, und genau das baut Gedächtnis auf.
Der häufige Fehler ist zu viel zu markieren. Wenn die halbe Seite gelb ist, sticht nichts mehr hervor und man hat nur noch einmal gelesen. Ehrlich gesagt: Markieren kann beim ersten Durchgang zeigen, was wichtig ist. Das eigentliche Lernen muss danach durch Testen und Zusammenfassen passieren.
Eine Biologie-Studentin markiert fast jede Zeile eines Kapitels über Zellatmung und fühlt sich bereit für die Klausur. In der Prüfung fällt ihr nichts ein, weil sie die Wörter zwar wiedererkannte, das Abrufen aber nie geübt hat. Ein Kommilitone, der pro Abschnitt nur einen Satz markierte und daraus Fragen formulierte, schneidet deutlich besser ab.
- 1Lies erst einen ganzen Absatz, markiere erst, wenn du ihn verstanden hast.
- 2Beschränke dich auf ein bis zwei Sätze pro Abschnitt, damit das Wichtige heraussticht.
- 3Mach aus jeder Markierung eine Frage, die du später aus dem Gedächtnis beantwortest.
- 4Fasse die markierten Ideen in eigenen Worten zusammen, statt die Farben erneut zu lesen.
- 5Sieh Markieren als Schritt eins, nie als ganze Lerneinheit.