Überlernen
Überlernen heißt, dass du eine Fähigkeit weiter übst, obwohl du sie schon richtig kannst. So wird sie automatisch und hält auch dann, wenn du unter Druck stehst oder wenig Zeit hast.
Die meisten hören sofort auf, wenn etwas einmal sitzt. Überlernen ist das Gegenteil. Du machst noch ein paar Runden weiter, obwohl du es schon kannst. Genau diese zusätzlichen Wiederholungen sorgen dafür, dass die Fähigkeit bleibt und zu etwas wird, das du ohne Nachdenken machst.
Am besten klappt das bei Dingen, die du Schritt für Schritt machst: eine Gleichung lösen, eine Reaktion ausgleichen oder eine Methode anwenden, die in der Prüfung drankommt. Wenn die Schritte automatisch laufen, hast du den Kopf frei für die schweren Teile der Aufgabe statt für die Basics. Es hilft auch unter Druck, wenn Nervosität sonst einfache Sachen wegrutschen lässt.
Ein Haken: Immer dasselbe zu wiederholen hat Grenzen. Ab einem Punkt bringen weitere Wiederholungen am selben Tag weniger. Die Übung über mehrere Tage zu verteilen schlägt es, alles in eine Sitzung zu stopfen.
Maya kann quadratische Gleichungen schon richtig lösen. Statt aufzuhören, rechnet sie am Montag fünf weitere und an Mittwoch und Freitag noch ein paar. Bis zur Prüfung macht sie das im Schlaf und kann ihre Zeit für die Textaufgaben nutzen, die sie wirklich ärgern.