Zettelkasten
Ein Zettelkasten ist ein Notizsystem, bei dem jede Notiz eine einzige Idee in deinen eigenen Worten enthält und mit verwandten Notizen verlinkt ist. Mit der Zeit werden deine Notizen so zu einem Netz, mit dem du denken kannst, statt nur Zettel zu sammeln und zu vergessen.
Der ganze Sinn ist, dass du Notizen nicht nur sammelst, sondern verbindest. Jede Notiz enthält eine Idee, in einfachen Worten, die du wirklich verstehst. Dann verlinkst du sie mit anderen Notizen, zu denen sie passt. Nach ein paar Wochen kannst du diesen Links folgen und sehen, wie die Ideen zusammenhängen. Genau da passiert das eigentliche Denken.
Der häufigste Fehler ist, Text direkt aus einem Buch oder den Folien abzuschreiben. Damit überspringst du genau den Teil, der das System ausmacht. Wenn du eine Idee nicht in eigenen Worten sagen kannst, hast du sie noch nicht verstanden. Halte die Notizen außerdem klein. Eine Idee pro Notiz. Eine Notiz, die fünf Dinge abdeckt, lässt sich schwer verlinken und später schwer wiederfinden.
Eine Psychologie-Studentin liest über klassische Konditionierung. Statt die Folie abzuschreiben, schreibt sie eine Notiz: "Pawlows Hunde haben eine Glocke mit Futter verknüpft, also hat allein die Glocke sie speicheln lassen." Dann verlinkt sie das mit einer älteren Notiz über Phobien, weil beide gelernte Reaktionen sind. Jetzt reden die zwei Ideen miteinander.
- 1Schreibe nach der Vorlesung oder dem Lesen eine Notiz pro Idee in eigenen Worten.
- 2Gib jeder Notiz einen kurzen, klaren Titel, der sagt, worum es geht.
- 3Verlinke die neue Notiz mit älteren Notizen, zu denen sie passt.
- 4Schreib eine kurze Zeile dazu, warum die Idee wichtig ist oder wo sie vorkommt.
- 5Folge jede Woche ein paar Links und schau, welche neuen Verbindungen auftauchen.