Paraphrasieren
Paraphrasieren heißt, etwas in eigenen Worten zu sagen, statt es Wort für Wort abzuschreiben. Als Lerntrick ist es ein schneller Verständnistest. Wenn du eine Idee sauber neu formulieren kannst, hast du sie verstanden. Wenn du hängenbleibst, hast du gerade eine Lücke gefunden.
Paraphrasieren funktioniert, weil es echtes Verständnis erzwingt statt nur Wiedererkennen. Wenn du deine Notizen nochmal liest, kommt dir alles bekannt vor, also denkt dein Kopf, du kannst es. Aber bekannt ist nicht dasselbe wie gekonnt. Sobald du das Buch zumachst und es in einfachen Worten sagen willst, merkst du schnell, ob die Idee wirklich in deinem Kopf sitzt oder nur schön auf dem Blatt aussah.
Der häufigste Fehler ist, ein paar Wörter zu tauschen und es für erledigt zu halten. Aus "Die Mitochondrien produzieren Energie" wird "Die Mitochondrien erzeugen Energie", das ist kein Paraphrasieren, das ist ein Synonymwörterbuch. Echtes Paraphrasieren heißt, von der Quelle wegzuschauen und die Idee neu aufzubauen. Wenn du es nur mit dem Text vor dir schaffst, hast du es noch nicht gelernt, du hast es abgeschrieben.
Maria lernt Osmose für Bio. Sie liest die Definition im Buch, deckt sie ab und erklärt es ihrem leeren Zimmer: "Wasser wandert von dort, wo viel ist, zu dort, wo weniger ist." Sie bleibt beim Warum hängen, merkt, dass sie die Rolle der Membran nicht kennt, und geht genau zu diesem Teil zurück.
- 1Lies den Abschnitt einmal, dann mach das Buch zu oder schau weg.
- 2Sag oder schreib die Idee in einfachen Worten, als würdest du sie einem Freund texten.
- 3Achte darauf, wo du stockst oder schwammig wirst, das ist deine Lücke.
- 4Öffne die Quelle wieder und prüf nur den Teil, den du verpasst hast.
- 5Mach die Paraphrase nochmal von vorne, bis sie ohne Spicken flüssig läuft.