Wie lernt man Physik?
Physik ist ein Fach zum Machen, nicht zum Lesen. Versteh erst das Konzept, dann rechne Aufgaben damit. Mach die falschen noch mal. Lern, welche Formel zu welcher Situation passt, nicht nur die Formel an sich. Dann üb unter Zeitdruck, damit der Prüfungsstress normal wird. Musterlösungen noch mal durchlesen fühlt sich nach Lernen an, bringt aber kaum was.
Die Falle in Physik ist die Musterlösung. Du liest sie, sie ergibt Sinn, du fühlst dich bereit. Dann sitzt du vor einer leeren Aufgabe und kommst nicht weiter. Einer fremden Lösung folgen ist nicht dasselbe wie selbst eine bauen. Also Konzept klar machen, dann Buch zu und rechnen.
Physik ist zum Großteil Mustererkennung. Steht da "Körper auf schiefer Ebene", solltest du schon an Kräfte und Reibung denken. Steht da "Stoß", denkst du an Impuls. Diese Verbindung, Situation zu Formel, ist das Eigentliche, was du lernst. Die baust du durch viele Aufgaben auf, nicht durchs Anstarren der Formelsammlung.
Die Aufgaben, die du falsch hast, sind das Wertvollste. Markier sie, find genau den Schritt, an dem es kippte, und rechne das Ganze einen Tag später komplett neu. Wenn du es nicht aus dem Kopf neu rechnen kannst, hast du es noch nicht gelernt.
- 1Versteh erst das Konzept. Sag in einfachen Worten, was die Formel bedeutet und wann sie gilt.
- 2Rechne Aufgaben selbst, mit zugeklapptem Buch. Fang leicht an, dann schwerer.
- 3Frag dich bei jeder Aufgabe, welche Situation das ist und welche Formel dazu passt.
- 4Markier jede Aufgabe, die du falsch hast. Rechne sie ein, zwei Tage später neu, ohne zu spicken.
- 5Wenn du einen Satz kannst, rechne einen Block unter Zeit, damit Prüfungstempo normal wird.
- 6Verteil es über Tage. Komm alle paar Tage zu alten Aufgabentypen zurück, statt zu bulimielernen.